Lichter am Auto – Ratgeber mit Regeln und Pflichten 2020

Das Licht an und in Transportern und Wohnmobilen ist ein wichtiger sicherheitsrelevanter Faktor. Es gilt: Je früher das Licht eingeschaltet wird, desto besser. Doch aufgepasst, denn die Auto-Lichter sind für unterschiedliche Einsatzbereiche konzipiert.

Damit Sie bei jeder Witterung mit der richtigen Beleuchtung unterwegs sind, haben wir hier alle Informationen rund um die Lichter am Auto zusammengestellt.

Welche Lichter gibt es am Auto?

Abblendlicht, Blinker und Fernlicht sind oft genutzt, aber was ist mit den vielen anderen Auto-Lichtern, die in Ihrem Fahrzeug verbaut sind. Welche Funktion erfüllen sie und wann kommen sie zum Einsatz?

  • Fernlicht
  • Abblendlicht
  • Standlicht/Begrenzungslicht
  • Parklicht
  • Nebelscheinwerfer/Nebelschlussleuchte
  • Blinker
  • Warnblinkanlage
  • Bremslichter/Rückfahrscheinwerfer
  • Umrissleuchten
  • Umfeldleuchten

Welche Farbe hat welches Licht im Auto?

Im Straßenverkehr geht es um Sicherheit und möglichst gute Sicht. Vielfarbige, flackernde Lichtelemente sind daher am Fahrzeug tabu. Die Einheitlichkeit der Lichtfarben im Straßenverkehr muss gewährleistet sein, damit auch bei schlechten Lichtverhältnissen Verkehrssituationen korrekt eingeschätzt werden können. Eine Übersicht des TÜV SÜD beschreibt, worauf die verschiedenen Lichtfarben hinweisen:

Weißes Licht

Fahrzeugvorderseite. Zweit deutlich auseinander liegende Schweinwerfer: mehrspurige Fahrzeuge

Rotes Licht

Fahrzeugrückseite und Bremslicht hinten. Zwei reflektierende rote Dreiecke: Rückseite eines Zugwagens mit Anhänger

Gelbes Licht

Fahrzeugseiten, vor allem bei Lkw und Anhängern. Signalisiert: Hier quert ein Fahrzeug.

Besonderheit

Weiße reflektierende Ringe an vielen Fahrradreifen. Signalisieren: Hier quert ein Fahrrad.

Karabag bietet eine große Auswahl an Ersatzteilen und Zubehör zu fairen Preisen. Hier geht’s zu unserem Angebot:

Ersatzteile und Zubehör

Auto-Lichter an der Fahrzeugfront

Vorschriftsgemäß muss jedes Fahrzeug vorne rechts und links jeweils Fernlicht, Abblendlicht und Standlicht besitzen. Fernlicht und Abblendlicht werden bei Nachtfahrten häufig genutzt. Wann von Fernlicht auf Abblendlicht umgeschaltet werden muss, ist den meisten Autofahrern bekannt. Das Standlicht hingegen kommt eher selten zum Einsatz, unter anderem, weil die Kenntnis über die richtige Verwendung fehlt.  

 

Das Abblendlicht

Das Abblendlicht darf und muss im Normalfall zur Ausleuchtung der Straße benutzt werden. Sobald die Dämmerung einsetzt oder durch schlechtes Wetter die Sicht eingeschränkt wird, muss es eingeschaltet werden. Im Normalfall reicht seine Lichtstärke 50 bis 75 Meter weit.

Wenn Sie mit einer Lichtautomatik unterwegs sind, übernimmt diese automatisch das Einschalten des Abblendlichts, sobald es dämmert oder Ihr Weg Sie beispielsweise durch ein Tunnel führt.

Das Fernlicht einschalten

Das Fernlicht darf nur zum Einsatz kommen, wenn die Straße nicht durchgehend beleuchtet ist. Es reicht 100 bis 200 Meter weit, deswegen darf es nur eingeschaltet werden, wenn damit vorausfahrende und entgegenkommende Fahrzeuge nicht geblendet werden können. 

Bei schwerer Ladung muss der Winkel des Lichts korrigiert werden, damit das Licht nicht nach oben scheint und entgegenkommende Fahrzeuge blendet. Dies funktioniert mithilfe der Leuchtweitenregulierung, die meistens über einen Schalter gesteuert wird, der hinter dem Lenkrad angebracht ist.

Wann muss das Fernlicht ausgeschalten werden?

Das Fernlicht ist für weite Distanzen gemacht. Dementsprechend viel Leuchtkraft hat es und muss mit Sorgfalt genutzt werden. Können durch das Licht andere Verkehrsteilnehmer geblendet werden, muss es ausgeschaltet werden. 

Bei speziellen Witterungsbedingungen wie starkem Regen oder Schnee, aber auch Nebel,  ist das Fernlicht ebenfalls keine gute Idee, da starke Reflektion zu erwarten ist. 

Steht Wild auf der Straße, sollten Sie das Licht am Auto löschen. Wildtiere reagieren, wenn Sie geblendet werden, gern mit einer Art Schockstarre und verlassen die Fahrbahn nicht.

 

Das Standlicht

Das Standlicht, auch Begrenzungslicht genannt, leuchtet vorne am Fahrzeug weiß und ist im Frontscheinwerfer integriert. Hinten ist es in Bremsleuchten oder Rückstrahlern verbaut und leuchtet rot. Es ist beim Parken oder Halten in nicht ausreichend beleuchteter Umgebung einzuschalten, vor allem außerhalb von Ortschaften. Aber auch innerorts in dunklen Straßen findet es Verwendung, damit stehende Fahrzeuge an der Straße von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen werden. Auch hier ist die 50-Meter-Sicht-Marke eine gute Regel für die Verwendung des Standlichts.

Mit aktiviertem Standlicht am Straßenverkehr teilzunehmen ist nicht erlaubt!

Das Parklicht

Mittlerweile ist in vielen Fahrzeugen auch ein Parklicht verbaut. Im Gegenteil zum Standlicht darf es nur innerhalb geschlossener Ortschaften eingesetzt werden und leuchtet nur einseitig auf der Seite des KFZs, die der Straße zugewandt ist. Das Parklicht wird aktiviert, indem man bei ausgeschalteter Zündung den Blinker setzt.

Die Nebelscheinwerfer

Manche Fahrzeuge sind zusätzlich mit Nebelscheinwerfern ausgestattet. Sie sind für den Einsatz bei schlechten Sichtverhältnissen wie Nebel, Schnee oder Regen konzipiert und können weiß oder hellgelb leuchten. Sie können somit schon früher genutzt werden als die Nebelschlussleuchte.

Nebelscheinwerfer nicht nur bei Nebel hilfreich

Entgegen ihres Namens sind Nebelscheinwerfer nicht ausschließlich dem Einsatz bei Nebel vorbehalten. Denn während die Benutzung vom Fernlicht bei Nebel und Regen dazu führen würde, dass der Fahrer durch die Lichtreflektion an den Wasserteilchen, aus denen der Nebel besteht, stark geblendet wird, sind Nebelscheinwerfer weiter unten am Fahrzeug angebracht, sodass das reflektierte Licht nicht direkt auf den Fahrer zurück strahlt.

Die Blinker

Blinker, offiziell Fahrtrichtungsanzeiger genannt, gehören ebenfalls zur Fahrzeugbeleuchtung und müssen auf jeder Fahrzeugseite jeweils vorne und hinten angebracht sein. Darüber hinaus haben moderne Fahrzeuge zusätzliche Blinklichter seitlich oder am Außenspiegel, damit der angedeutete Richtungswechsel nicht übersehen wird.

Das Warnblinklicht

Das Warnblinklicht  ist ausschließlich zur Gefahrenabwehr zu verwenden. Es wird eingeschaltet, wenn Sie mit ihrem Fahrzeug in einen Unfall verwickelt wurden und Sie die Unfallstelle für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar machen und absichern wollen. Das Warnblinklicht kommt auch am Stauende zum Einsatz.

Ist das Tagfahrlicht Pflicht?

Seit 2011 müssen in der EU alle neu typisierten Pkw- und Transporter Modelle mit einem Tagfahrlicht versehen sein, es besteht jedoch keine Verwendungspflicht. Das heißt, es muss nicht zwingend eingeschaltet werden. Wir empfehlen Ihnen trotzdem dieses Auto-Licht zu nutzen, denn es erhöht die Sichtbarkeit von Fahrzeugen und trägt so zur Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr bei.

Auto-Lichter am Heck des Fahrzeugs

Die Bremsleuchten und Rückfahrscheinwerfer

Die Bremsleuchten strahlen rot am Fahrzeugheck auf, wenn das Bremspedal gedrückt wird. Genauso wie die Rückfahrscheinwerfer müssen sie nicht extra eingeschaltet werden, sie leuchten automatisch auf und sollen nachfolgende Fahrzeuge warnen und damit Auffahrunfällen vorbeugen. Fahrzeuge und Anhänger müssen laut StVO mit zwei Bremsleuchten ausgestattet sein.

Wann ist die dritte Bremsleuchte Pflicht?

Pflicht für Fahrzeuge der Klasse M1, also Pkw, Transporter und Wohnmobile mit maximal 8 Sitzplätzen, ist für alle Neufahrzeuge seit 1998 eine zusätzliche dritte Bremsleuchte, die oben mittig am Heck des Fahrzeugs angebracht ist. Für andere Fahrzeugtypen ist die dritte Bremsleuchte nicht vorgeschrieben, sie ist jedoch zulässig und mittlerweile an vielen Modellen zu finden.

Wann dürfen Sie die Nebelschlussleuchten einschalten?

Die Nebelschlussleuchte ist seit 1991 Teil der Standard-Beleuchtung von Fahrzeugen. Sie leuchtet rot und ist besonders hell entweder einseitig oder auf beiden Seiten des Fahrzeugs vorhanden. Die Nebelschlussleuchte ist ausschließlich für Nebel konzipiert und darf in keiner anderen Situation eingeschaltet werden. Weil sie sehr leuchtstark ist und nachfolgende Fahrzeuge blenden könnte, darf sie nur bei einer Sicht von weniger als 50 Metern eingeschaltet werden. Das bedeutet aber auch, dass Sie mit maximal 50 km/h unterwegs sein dürfen.

Orientieren Sie sich an den Leitpfosten. In der Regel werden diese in Deutschland mit einem Abstand von 50 Metern am Straßenrand aufgestellt.

Umrissleuchten

An Fahrzeugen, die breiter als 2,10 Meter sind, müssen Umrissleuchten angebracht sein. Das trifft teilweise auf Transporter und Wohnmobile zu. Umrissleuchten sollen laut §51b Absatz 1 StVZO bei bestimmten Fahrzeugen die Begrenzungs- und Schlussleuchten ergänzen und die Aufmerksamkeit auf besondere Fahrzeugumrisse lenken.

Fahrzeuge, die breiter als 2,10 Meter sind, müssen eine Umrissleuchte haben. Fahrzeuge von einer Breite zwischen 1,80 bis 2,10 Meter dürfen, aber müssen keine Umrissleuchte haben. Fahrzeuge, deren Breite unter 1,80 Meter bleibt, dürfen nicht mit einer Umrissleuchte ausgestattet sein.

Zusätzliche Beleuchtung nachrüsten

Welche Leuchten sind im Straßenverkehr erlaubt?

Wenn Sie ein helleres Licht wie zum Beispiel Xenon-Scheinwerfer an Ihrem Fahrzeug nachrüsten möchten, dann müssen Sie nicht nur die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) beachten, sondern auch die Regelungen der Europäischen Union.

Ob eine Leuchte der StVZO entspricht, können Sie der Allgemeinen Bauartgenehmigung (ABG) entnehmen. Dort ist vermerkt, in welche Fahrzeuge die Leuchte eingebaut werden darf. Auf die Standards der EU weisen EU-Prüfzeichen oder das ECE-Prüfzeichen hin. 

Sollten Sie Fragen haben, können Sie sich gerne an uns wenden. Unsere Experten in den Karabag-Werkstätten beraten Sie gerne beim Nachrüsten. 

 Kontakt aufnehmen

Arbeitsleuchten nachrüsten

Manchmal benötigen Sie vielleicht zusätzliche Beleuchtung bei der Arbeit oder am Wohnmobil. Für diesen Fall kann man Umfeldleuchten am Fahrzeug nachrüsten lassen.

Wichtig für die Arbeit ist eine ausreichende Laderaumbeleuchtung im Transporter, damit Sie immer den Überblick über die Ladung behalten. Im Laderaum können auch mobile oder abnehmbare Leuchten eingesetzt werden. Der Fiat Doblò Cargo Maxi beispielsweise besitzt eine abnehmbare Deckenleuchte im Laderaum, sodass Sie nie im Dunkeln arbeiten müssen.

Wenn Sie abends gerne noch vor dem Wohnmobil sitzen oder einfach aus Sicherheitsgründen eine Beleuchtung am Wohnmobil haben möchten, dann kann eine Vorzeltleuchte die Lösung für Sie sein. Sie kann auch mit einem Bewegungsmelder kombiniert werden, der Ihnen noch mehr Komfort bietet.

Unzulässige Beleuchtung

Nicht erlaubt ist die Beleuchtung von Felgen, eine Unterbodenbeleuchtung und die Verwendung von andersfarbigem Licht, das gegen die Regeln der Einheitlichkeit der Lichtfarbe verstößt wie die Nutzung von blauen Scheinwerfern.

Laut DEKRA sollten Sie auch auf im Fahrzeug angebrachte Schilder und Leuchten, wie beleuchtete Firmenschilder, verzichten, denn auch hierfür kann ein Verwarngeld ausgesprochen werden.

 

Leuchtweitenregulierung: Einstellungssache

Sind die Lichter am Auto nicht ordentlich eingestellt, ist das eine Gefahr für die anderen Verkehrsteilnehmer, weil sie geblendet werden können. Das gilt es vor allem zu beachten, wenn das Auto beladen ist. Schon wenig Masse im Heck des Fahrzeugs kann dazu führen, dass sich der Lichtpegel verschiebt. Das Auto-Licht muss also an den Beladungszustand angepasst werden.

Wenn entgegenkommende Fahrzeuge Ihnen Lichtzeichen geben, dann könnte es daran liegen, dass Sie die Fahrer blenden. Dann sollten Sie schnell eine Möglichkeit suchen, die Einstellungen der Auto-Lichter zu überprüfen und gegebenenfalls eine Leuchtweitenregulierung vornehmen.

 

Defekte Auto-Lichter können teuer werden

Weil funktionierende Auto-Lichter elementar für die sichere Teilhabe am Straßenverkehr sind, kann es sehr teuer werden, wenn Teile Ihrer Licht-Anlage defekt sind oder nicht mehr ihre volle Leuchtkraft haben, weil beispielsweise die Scheinwerfer matt geworden sind. Werden Sie mit defekten Lichtern am Auto angehalten, kann das Bußgelder in Höhe von bis zu 90 € nach sich ziehen. Für welches Vergehen wie viel fällig werden kann, können Sie in der Bußgeldtabelle der Straßenverkehrsordnung (Paragraph 17) nachlesen.

Sie sind unterwegs und Ihnen ist eine Lampe ausgegangen? Sorgen Sie mit Lampenset vor. Damit haben Sie im Notfall immer die passende Ersatzleuchte dabei.

 

Lampenset ansehen

 

Was zählt als Ordnungswidrigkeit?

Das Licht am Auto muss sinnvoll eingeschaltet werden – ist das nicht der Fall, droht ein Bußgeld. Werden die Auto-Lichter bei entsprechenden Sichtverhältnissen nicht oder falsch genutzt ebenso. Wenn Sie auf Grund mangelhafter Handhabung des Lichts einen Unfall verursachen oder eine Gefährdungslage verursachen, steigt die Höhe des Bußgelds.

Ein regelmäßiger Check der Lichter am Auto sollte daher zu Ihren regelmäßigen Routinen gehören und ist vor jeder Hauptuntersuchung sowieso unablässlich.

Wir übernehmen den Check Ihres Fahrzeugs gern für Sie. Einen Service-Termin können Sie ganz unkompliziert online vereinbaren.

 Service-Termin vereinbaren

Zum Seitenanfang

Wir nutzen Cookies

Dies tun wir, um unsere Webseite besser gestalten und weiterentwickeln zu können. Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich mit dem Einsatz der Cookies einverstanden.

Mehr Infos OK