Ladezonen: Wo und wie das Halten zum Be- und Entladen nach StVO erlaubt ist

Ladezone, zweite Reihe, Halteverbot – ob Lieferdienst oder Kurierfahrer, wer Waren transportiert, sieht sich nicht selten vor der Herausforderung, einen kundennahen Stellplatz zu finden.

Gerade in der Stadt kann das zur nervenaufreibenden Angelegenheit werden. Dann wird der eigene Transporter schnell zum Verkehrshindernis, das Halten nicht selten zum ordnungswidrigen Parken. Welche Parkregeln Sie kennen sollten, um das Knöllchen zu umgehen, haben wir für Sie aufgeschrieben.

11 Parkregeln fürs Be- und Entladen

Wir haben einen Blick in die Straßenverkehrsordnung geworfen und uns für Sie einmal angeschaut, wo das Halten erlaubt ist und wann es zur Ordnungswidrigkeit wird.

1. Ladezonen

Überraschung: Die sogenannten Ladezonen sind in der Straßenverkehrsordnung nicht erfasst. Allerdings sieht die StVO für Liefer- und Ladebereiche ein eingeschränktes Halteverbot vor. Ladezonen dürfen für private wie für gewerbliche Zwecke gleichermaßen zum Be- und Entladen genutzt werden – ausschließlich für Gegenstände und Waren, die eher unhandlich und nicht einfach so zu Fuß transportiert werden können. Selbst Paketdienste sind an diesen Ladezonen daher nicht immer gern gesehen. 

2. Ladezonen plus

Weil mit Ladezonen viel Schindluder getrieben wird und so mancher sein Auto dort abstellt, der keine Waren zu verladen hat und dadurch die Flächen blockiert, haben einige Städte die Regelungen verschärft und die Bereiche beispielsweise zu Halteverbotszonen gemacht. Die Folge: Schilderwald. Sind diese Zonen mit einem Balken gekennzeichnet, dürfen dort alle Fahrzeughalter kurz zum Aus- oder Einladen halten. Sind sie mit zwei Balken markiert, dürfen sie nur zum gewerblichen Verladen genutzt werden.

3. Drei-Minuten-Parkregel

Kurz den Transporter auf der Fahrbahn abstellen, ist nach StVO-Zeichen 286 erlaubt und wird als Halten bezeichnet, solange das Kraftfahrzeug nicht länger als drei Minuten an einem Ort steht. Nach diesen drei Minuten wird aus dem erlaubten Halten ein verbotenes Parken – es sei denn, es wird etwas be- oder entladen. Während solcher Ladetätigkeiten darf das Fahrzeug auf der Fahrbahn stehen.

4. Parken in zweiter Reihe

Vorsicht: Wer sein Fahrzeug länger als drei Minuten in zweiter Reihe abstellt, parkt nach § 12 Abs. 4 Satz 1 StVO ordnungswidrig – in diesem Fall auch, wenn der Transporter ausschließlich zum Be- oder Entladen abgestellt wird.

5. Parkverbotszone und eingeschränktes Halteverbot

Wie der Name schon sagt, geparkt werden darf an diesen Stellen nicht. Es darf allerdings gehalten werden, aber nur dann, wenn etwas be- oder entladen werden soll. Das trifft nicht für alle Waren zu. Kurz beim Bäcker Brötchen holen ist nicht erlaubt. Wer allerdings eine teure Antiquität abholt, darf dort stehen, denn dann bestimmt der Warenwert über die Parkberechtigung. Es kommt also auf den Einzelfall an, ob der Transport zu Fuß zumutbar ist und ist abhängig von Größe, Gewicht, Empfindlichkeit und Wert Ihrer Ware.

6. Parken in Einfahrten und Feuerwehrzufahrten

Nein, auch für ein ganz schnelles Be- oder Entladen darf dort kein Fahrzeug abgestellt werden. Niemals.

7. Verladen in der Fußgängerzone

Eigentlich gehört die Fußgängerzone ausschließlich Fußgängern. Für Anwohner und auch Lieferverkehr werden allerdings meist Sondernutzungsgenehmigungen erteilt. In der Regel dürfen Sie also mit Ihrem Transporter zum Be- und Entladen auch in diesen Bereich fahren – oftmals aber nur während bestimmter Zeiten. Außerdem müssen Sie den kürzesten Weg zum Zielort und wieder zurück wählen, das Parken ist nicht erlaubt und die Ware muss so schnell wie möglich verladen werden.

8. Parken auf dem Gehweg

Das Halten und Parken auf dem Gehweg ist laut Straßenverkehrsordnung verboten. Manche Kommunen erteilen aber beispielsweise Handwerkern und Zustellern eine Sondergenehmigung. Selten ist das Parken auf dem Gehweg aber auch erlaubt. Wo Sie mit Ihrem Fahrzeug stehen können, zeigt das Verkehrszeichen 315 – ein weißes P auf blauem Grund und Pfeilen. Stehen dürfen dort allerdings nur Fahrzeuge bis zu einem Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen.

9. Verkehrsbehinderung vermeiden

Auch beim Be- und Entladen des Transporters ist richtiges Augenmaß wichtig. Wer mutwillig die anderen Verkehrsteilnehmer behindert, obwohl in der Nähe das Be- und Entladen ohne Beeinträchtigung der anderen möglich wäre, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

10. Nebenaufgaben beim Liefern

Nicht alle Abhol- oder Liefervorgänge sind innerhalb von wenigen Minuten verrichtet. Manchmal muss die Ware noch verpackt, die Lieferung geprüft und Dokumente unterschrieben werden. Sind solche Tätigkeiten Teil Ihres Jobs, wird das Halten auch nach dem Ein- oder Entladevorgang nicht zum unerlaubten Parken.

11. Trödeln beim Verladen

Alle Be-und Entladetätigkeiten müssen auf schnellstem Wege durchgeführt werden und dürfen nicht länger als unbedingt nötig dauern. Wer also denkt, seine Ladetätigkeiten mit einer kurzen Kaffeepause verbinden zu können, ist falsch gewickelt und läuft Gefahr, ein Bußgeld aufgebrummt zu bekommen.

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