Umweltfreundliche Altreifenentsorgung: So kümmerst du dich richtig um deine abgefahrenen Autoreifen

Es ist soweit: Die Profiltiefe deiner Autoreifen signalisiert dir, dass es Zeit für einen Reifenwechsel wird. Im Gegensatz zu Gebrauchtreifen können sie allerdings nicht weiterverkauft werden und die Entsorgung im Hausmüll ist weder umweltfreundlich noch erlaubt. Wohin also mit den unbrauchbaren Pneus? Lies hier, wie du deine alten Autoreifen richtig entsorgst und so mögliche Bußgelder umgehst.

Wo kannst du die Altreifen richtig entsorgen?

Als Besitzer eines Fahrzeugs kannst du mit dem richtigen Umgang deiner alten Reifen aktiv zur umweltfreundlichen Altreifen-Entsorgung beitragen. Altreifen zählen zu den “überwachungsbedürftigen Abfällen” und müssen daher im gesamten Entsorgungsprozess überwacht werden. Abgefahrene Autoreifen sollten daher nicht achtlos weggeworfen oder im Hausmüll entsorgt werden. Um eine fachgerechte, nachhaltige und ressourcenschonende Entsorgung zu gewährleisten, gibt es daher feste Entsorgungsfachbetriebe, die über eine behördliche Genehmigung verfügen. Die zuständige Behörde gibt zum einen die Vorgaben über die korrekte Entsorgung vor und überblickt darüber hinaus den gesamten Entsorgungsprozess. Entsorgungsstellen müssen demnach alle Schritte vom Transport, der Sortierung, der Lagerung und der Verwertung dokumentieren und an die Behörde melden.

Was passiert mit den alten Autoreifen?

Wurden die Autoreifen an eine zugelassene Sammelstellen oder einen Reifenhändler übergeben, so werden die alten Pneus auf 4 Arten weiterverwertet. 

Die Thermische Verwertung nimmt laut ADAC ein Drittel der Altreifen-Verwertung ein. Auch wenn diese Methode, aufgrund ihrer starken Belastung auf die Umwelt, in den letzten Jahren zunehmend abnimmt, ist sie dennoch ein großer Bestandteil der Altreifenverwertung. Knapp erklärt, befasst sich diese Methode mit der Weiterverwendung des nicht-brennbaren Zellstoffs von Autoreifen. Diesen erhält man allerdings nur durch das Verbrennen der restlichen Reifenbestandteile. 

Bei der stofflichen Verwertung von Altreifen werden laut ADAC rund 63% der Altreifen zu Granulat und Gummimehl verwandelt, welches primär dazu genutzt wird, neue Autoreifen herzustellen. Nur 14% der verwerteten Altreifen werden dabei ins Ausland exportiert, was ebenfalls die Umwelt schont. 

Runderneuerte Reifen sind eine gute Alternative zu Neureifen. Sind die Karkassen noch intakt, muss nicht der gesamte Reifen erneuert werden. Spezielle Maschinen können die verwendbaren Reifen aussortieren und das alte Laufflächengummi mit dem abgefahrenen Profil entfernen. Übrig bleibt der Reifenunterbau, der dann als Basis für einen neuen Reifen genutzt werden kann. Diese Art der Wiederverwertung bietet sich vor allem bei Nutzfahrzeugen an. 

Am kostengünstigsten ist der Export von abgefahrenen Autoreifen ins Ausland. Fast 50.000 Tonnen werden dabei in Länder mit geringeren Auflagen exportiert. Neben dem Transport sind die Entsorgungsmethoden in diesen Ländern ebenfalls eine extreme Belastung für die Umwelt und sollten daher in keinem Fall unterstützt werden.

Wie viel kostet die richtige Entsorgung von Altreifen?

Unabhängig vom Anfahrtsweg sollte das Entsorgen nicht mehr als 5 Euro pro Reifen kosten. Da neben zugelassenen Müllhalden oder Wertstoffhöfen auch Werkstätten oder Autohäuser eine Reifenentsorgung anbieten, fällt die Anfahrt in der Regel auch nicht allzu groß aus. Lässt du deine Reifen in einer Werkstatt wechseln, werden die Kosten der Entsorgung meist in den Preis der neuen Reifen oder den Service mit einberechnet, sodass hier keine Zusatzkosten auf dich zukommen. Entsorgst du deine Reifen nicht ordnungsgemäß, kannst du allerdings mit einem ordentlichen Bußgeld rechnen.

Bußgeld bei falscher Altreifenentsorgung

 

… bis zu 5 Reifen

… mehr als 5 Reifen

Baden-Württemberg

75 - 200 €

200 - 2.500 €

Bayern

110 - 330 €

330 - 1.600 €

Berlin

75 - 200 €

200 - 2.500 €

Brandenburg

75 - 200 €

200 - 1.000 €

Bremen

75 - 250 €

250 - 5.000 €

Hamburg

75 - 200 €

200 - 1.000 €

Hessen

75 - 200 €

200 - 1.000 €

Mecklenburg-Vorpommern

80 - 1.000 €

1.000 - 25.000 €

Niedersachsen

80 - 1.000 €

1.000 - 25.000 €

Nordrhein-Westfalen

80 - 200 €

200 - 510 €

Rheinland-Pfalz

76,69 - 204,52 €

204,52 - 2.556,46 €

Saarland

75 - 200 €

200 - 2.500 €

Sachsen

70 - 250 €

250 - 3.000 €

Sachsen-Anhalt

75 - 200 €

200 - 1.000 €

Schleswig-Holstein

75 - 200 €

200 - 1.000 €

Thüringen

75 - 200 €

200 - 1.000 €

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