Kraftstoff richtig lagern: Gefahren von privaten Kraftstoff-Vorräten

Die Lagerung von Kraftstoff wird immer beliebter. Neben der Nutzung für Haushaltsgeräte, wie Rasenmäher mit Kraftstoff-Antrieb, schwören viele auf größere Reserven für ihre Kraftfahrzeuge. Vor allem bei niedrigen Preisen ist die Verlockung groß, einen privaten Vorrat anzulegen. Du hast den Kraftstoff sicher transportiert, möchtest diesen nun einlagern und fragst dich, was du dabei beachten musst? Wir verraten es dir, denn neben den gesetzlichen Vorschriften beeinflusst die Lagerung nicht nur die Qualität des Sprits, sondern ist besonders wichtig für deine Sicherheit.

Auswahl des richtigen Lagerorts für Kraftstoff

Die richtige Lagerung von Kraftstoff ist besonders wichtig für die Gewährleistung deiner Sicherheit, da nicht nur die hohe Entflammbarkeit, sondern auch die entstehenden Dämpfe ein starkes Sicherheitsrisiko mit sich bringen. Der Lagerort sollte sich daher beispielsweise in einer Garage oder einem Schuppen, in jedem Fall außerhalb des Wohnbereichs befinden. Idealerweise wird der Kraftstoff zusätzlich an einem gut belüfteten Ort gelagert, um eine Ansammlung von giftigen Dämpfen zu vermeiden. Zu guter Letzt sollte der Kraftstoff vor Sonneneinstrahlung und extremen Temperaturen geschützt werden, da diese Faktoren neben dem erhöhten Sicherheitsrisiko auch negative Auswirkungen auf die Qualität des Kraftstoffs haben.

Anforderungen an den Transport von Kraftstoff

Für die Lagerung von Kraftstoff gelten innerhalb Deutschlands konkrete Vorschriften für die Kanister. Um ein erhöhtes Sicherheitsrisiko zu verhindern, müssen diese zu jedem Zeitpunkt eingehalten werden.

  • Die Lagerung von Kraftstoff ist ausschließlich in Kanistern bis zu 60 Litern erlaubt.
  • Die verwendeten Kanister müssen über eine Reservekanister-Zulassung (UN) oder Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) verfügen.
  • Die Kanister müssen fest verschließbar, dicht und bruchsicher sein. 

Erfahre hier mehr über die Regelungen für den Transport von Reserve-Kraftstoff.

Der ADAC empfiehlt: Aus Sicherheitsgründen sollten nicht mehr als 10 Liter transportiert werden, da Kraftstoff hoch entflammbar ist. Zudem sollte der Kraftstoff so weit wie möglich von Personen im Kraftfahrzeug ferngehalten werden. Vom Transport von Kraftstoff im Beisein mehrerer Beifahrer wird abgeraten.

Gesetzliche Vorschriften für die Lagerung von Kraftstoffen in Deutschland

Bei der Lagerung von Kraftstoff greifen verschiedene Gesetze. Dabei beziehen sich diese auf drei verschiedene Risiken, wenn es um die Lagerung von Kraftstoff geht. 

Die Betriebssicherheitsverordnung befasst sich mit den Arbeitsmitteln und dem Prozess rund um das Be- und Umfüllen von Kraftstoff. Darunter fallen etwa die Vorschriften über die Kanister, in denen der Kraftstoff transportiert und gelagert wird. 

Das Wasserhaushaltsgesetz setzt den notwendigen Rahmen, um sicherzustellen, dass die Lagerung keinen negativen Einfluss auf die Wasserversorgung oder die umliegende Umwelt hat. In Hochwasser-Risikogebieten gelten beispielsweise erhöhte Anforderungen, da die Wahrscheinlichkeit hier höher ist, das Grundwasser zu verschmutzen. 

TRGS steht für Technische Regel Gefahrstoffe und sichert dich vor den offensichtlichen Risiken im Umgang mit Gefahrstoffen ab. Diese Regelung behandelt die Auswirkungen von giftigen Dämpfen und die starke Entflammbarkeit von Kraftstoffen und bezieht sich somit direkt auf deine Sicherheit.

Die geltende Garagenverordnung deines Bundeslandes

Zu den oben genannten Gesetzen, solltest du dich zusätzlich über die bundeslandspezifischen Regelungen informieren. Denn hierbei handelt es sich um Vorschriften für den Lagerort selbst. Garagen werden dabei pro Bundesland in drei Kategorien unterteilt: Klein-, Mittel- und Großgaragen und erlauben demnach eine unterschiedliche Kraftstoffmenge für die Lagerung. 

Ein Beispiel: In Hamburg dürfen in Kleingaragen bis 100 Quadratmeter insgesamt 200 Liter Diesel und 20 Liter Benzin gelagert werden. 

Info: Der große Unterschied bei der Lagerung von Diesel und Benzin ist auf die Entflammbarkeit und die Wassergefährdungsklasse zurückzuführen.

Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit Kraftstoff

Die Lagerung von Kraftstoff stellt in jedem Fall ein Sicherheitsrisiko dar. Solltest du dich dennoch für einen privaten Kraftstoffvorrat entscheiden, solltest du folgende Punkte in jedem fall beachten: 

  • Transportiere Kraftstoff ausschließlich nach Vorschrift 
  • Lagere den Kraftstoff niemals in verschlossenen Behältnissen 
  • Der Lagerort sollte dunkel, temperatur-geschützt und nicht in der Nähe von Funken oder Flammen sein 
  • Schütze den Kraftstoff vor dem Zugriff von Kindern und Haustieren 
  • Kontrolliere regelmäßig den Lagerort und die Kanister

Kraftstofftransport in Europa: Diese Mengen darfst du mitführen

Du bist dir unsicher, welche Regelungen du beim Transport beachten solltest. Wir haben wir die Regelungen und Gefahren beim Kraftstoff hamstern zusammengefasst und sind dabei auch auf die Regelungen im europäischen Umland eingegangen.

So sicherst du die Qualität von gelagertem Kraftstoff und entsorgst ihn richtig

Bei Substanzen mit hohem Sicherheitsrisiko sind regelmäßige Qualitätskontrollen essentiell. Die Kanister und der Lagerort sollten daher regelmäßig überprüft werden, da chemische Reaktionen von Benzin und Diesel in kürzester Zeit passieren können. Bei Anzeichen für Verunreinigung oder Verschlechterung des Kraftstoffs sollte dieser sofort sachgemäß entsorgt werden – auch um eine Beschädigung des Motors zu verhindern. Eine Entsorgung im Abfluss, der Kanalisation oder im Hausmüll ist dabei strengstens untersagt und neben dem schwerwiegenden Einfluss auf die Umwelt zudem illegal und wird in manchen Bundesländern mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 € bestraft. Für alle Gefahrstoffe gibt es regionale Sammelstellen, bei denen auch Kraftstoff abgegeben werden kann, um diesen sachgerecht zu entsorgen. Zusätzlich solltest du dich in jedem Fall über die Vorschriften in deinem Bundesland informieren, da diese je nach Region abweichen können. 

Um deiner Gesundheit nicht zu schaden, empfehlen Experten das Tragen von Schutzkleidung, da Kraftstoff und die entstehenden Gase zu starken gesundheitlichen Schäden, Schwindel oder Hautreizungen führen können.

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