Handwerker-Portal – so werden Aufträge online generiert

Das Internet hat die Welt verändert. Darüber lässt sich nicht streiten. Inzwischen wird es für beinahe jede Lebenslage zu Rate gezogen. Bananen werden im Online-Shop erworben, die Liebe im Online-Chat gefunden und Aufträge in Jobbörsen generiert. Das kleine Glück ist nur ein paar Klicks entfernt.

Das World Wide Web ist zum all umfassenden Ratgeber geworden und vor allem zur ersten Anlaufstation. Das gilt auch für handwerkliche Dienstleistungen. Suchmaschinen und Handwerkerportale haben die Zusammenführung von Auftraggeber und Handwerker revolutioniert.

Vom Suchen und Handwerker finden

Das Prinzip ist einfach: Die Handwerkerportale bündeln die Nachfrage, sortieren nach Dienstleistung und bieten dazu noch das Plus aus Kundenbewertung und Preisinformationen. Auf denkbar einfache Weise werden so Nachfrage und Angebot zusammengebracht.

Handwerkerportale: So funktioniert’s

Einer hatte die Idee, viele folgten. Inzwischen sind Handwerkerbörsen online nicht mehr wegzudenken – so hat sich der virtuelle Markt entwickelt.

Der Vorreiter unter den Handwerker-Plattformen: myhammer

Mutter der Handwerkerportale ist die Seite “MyHammer”. An den Start gegangen ist die Plattform vor rund zehn Jahren als eine Art Online-Sammelstelle für Kleinanzeigen mit anschließender Bewertungsfunktion. Inzwischen hat die Plattform mehr als 3,7 Millionen registrierte Nutzer. Wer zu Hause einen neuen Boden verlegt, den Kronleuchter montiert oder die Wand gestrichen haben möchte, erstellt dafür eine Art Online-Aushang. Die beim Portal registrierten Handwerker buhlen mit Preisvorschlägen um diese Aufträge.

Als Auftraggeber ist die Plattform kostenlos, Handwerker zahlen einen Monatsbeitrag. Dafür bekommen Sie Einsicht in alle online-gestellten Aufträge. Im Monat sind das allein auf MyHammer.de durchschnittlich 60.000. Aber auch die Konkurrenz unter den Handwerkern ist groß. Das drückt die Preise – manchmal bis tief in den Keller. Durch diese Preispolitik hat sich die Handwerkerbörse den Ruf eines Billiganbieters eingehandelt. Weil kein Handwerker von einem Taschengeld allein leben kann, nutzen viele inzwischen auch die Alternativen.

Vor- und Nachteile von Handwerkerportalen

MyHammer.de blieb nicht lange allein auf dem Markt. Mittlerweile gibt es Online-Plattformen für so gut wie jede Dienstleistung – von Renovierungstätigkeiten bis zum Friseurbesuch. Während sich die einen Börsen lediglich auf die Vermittlungsarbeit zwischen Kunden und Handwerkern spezialisiert haben, nutzen andere die Kompetenz verschiedener Firmen, um die Dienstleistung unter ihrem eigenen Namen feilzubieten. Manche Handwerkerportale verlangen einen Mitgliedsbeitrag, andere berechnen eine Provision. Bei einem Portal bekommt den Zuschlag, wer den niedrigsten Preis bietet, andere arbeiten mit berechneten Pauschalen.

Die Handwerkerportale machen den Markt übersichtlicher und damit kundenfreundlicher. Anstelle ewiger Suche bieten die Plattformen einen Überblick und den schnellen Vergleich. Paradebeispiel: Amazon. Die Verkaufsplattform hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, den Online-Verkauf auf eine neue Ebene zu bringen. Auch für Dienstleistungen gilt der Effekt: Je mehr Leute das Angebot in Anspruch nehmen, desto mehr Reichweite bekommt die Plattform. Die Suchmaschinen reagieren. Wer online Handwerker finden möchte, bekommt prominent die entsprechenden Portale angezeigt – der Mechanismus greift.

5 Handwerkerportale im Vergleich

Sie wissen nicht, welches Portal für Sie das richtige ist? Wir haben uns fünf von ihnen einmal genauer angesehen.

blauarbeit.de

Wie: Der Kunde stellt den Auftrag online oder sucht den passenden Handwerker direkt auf der Plattform; deutschlandweit.

Was: Alle klassischen Handwerkstätigkeiten für Innen- und Außendienstleistungen, aber auch untypische Dienstleistungen wie Wellness. Die Handwerker sind nach Qualifikation (geprüft/ungeprüft) sortiert.

Kosten: Die Handwerker zahlen eine Gebühr, die Auftraggeber nichts für die Plattform. Die Preise vereinbaren die Parteien unter sich.

renovinga.de

Wie: Kunde gibt an, was er will und bekommt ein entsprechendes Angebot inklusive Beratung.

Was: Auswahl diverser Gewerke von Malerarbeiten, Sanitäts-Dienstleistungen und Renovierungs-Tätigkeiten.

Kosten: Festpreis wird je nach Auftrag vorher festgelegt.

doozer.de

Wie: Der Kunde gibt an, was er sucht und bekommt Preisvorschläge. Basis ist ein Wohnungsportfolio.

Wer: Auswahl an Gewerken wie Elektro- und Malerarbeiten sowie Badsanierung.

Kosten: Kunden zahlen nichts für das Portal, Handwerker eine Auftragsprovision. Preise können von Handwerkern individuell festgelegt werden.

myhammer.de

Wie: Der Kunde stellt den zu vergebenden Auftrag online oder sucht direkt auf der Plattform nach dem passenden Handwerker; deutschlandweit; auch als App verfügbar

Was: Alle klassischen Handwerksarbeiten (innen und außen), bis hin zu Umzugsdienstleistungen und Raumausstattung; alle Handwerker sind geprüft

Kosten: Die Handwerker zahlen eine Gebühr, die Auftraggeber nichts. Die Preise vereinbaren die beiden Parteien unter sich.

deinehelfer24.de

Wie: Kunde gibt an, was er will und bekommt ein entsprechendes Angebot inklusive Beratung.

Was: Sparten-Portal für kleinere Aufträge wie Möbelaufbau oder Reparaturen.

Kosten: Festpreis wird je nach Auftrag vorher festgelegt.

Tipps für Handwerker – so klappt’s mit dem Auftrag

Portale auf denen Handwerksaufträge angeboten werden, gibt es viele. Nicht alle aber lohnen sich, andere sind heiß umkämpft. Mit diesen Tipps steigen Ihre Chancen, online die richtigen Jobs zu generieren.

Wie findet man die passenden Ausschreibungen?

Ordentliches Filtern ist wichtig. Suchen Sie nicht willkürlich. Überlegen Sie, welche Dienstleistungen Sie ausführen können, in welcher Region Sie sich bewegen möchten und zu welchem Preis Sie tätig werden wollen. Suchen Sie gezielt nach diesen Angeboten.

Wann lohnt es sich, ein Angebot abzugeben?

Schauen Sie sich die Details der Ausschreibung und – wenn vorhanden – die Bewertungen des Auftraggebers genau an und überprüfen Sie, ob das mit dem, was Sie leisten können und wollen, übereinstimmt. Je ausführlicher die Ausschreibung ist, desto leichter ist es, ein entsprechendes Angebot abzugeben. Fragen Sie nach, wenn Ihnen Informationen fehlen. Lassen Sie sich von den Preisvorschlägen in den Ausschreibungen nicht irritieren. Dieser sollte für Sie nur ein Richtwert sein. Erläutern Sie Ihre eigene Kostenaufstellung. Viele Auftraggeber auf Handwerkerportalen haben selbst wenig Expertise und entsprechend unpassende Preisvorstellungen. Das heißt aber nicht, dass die potentiellen Kunden nicht bereit sind, bei guter Argumentation und qualitativer Arbeit mehr Geld auszugeben.

Wie sieht ein gutes Angebot aus?

Wie im analogen Leben ist ein seriöser Auftritt Garant für gute Geschäfte. Ihren Online-Auftritt können Sie daher getrost als Visitenkarte verstehen. Fragen Sie sich: Wie nimmt der potentielle Auftraggeber Sie beim Erstkontakt wahr, sind Qualifikationen und Referenzen in Ihrem Profil oder dem Anschreiben vermerkt? Achten Sie auf den Ton Ihres Anschreibens und kalkulieren Sie die Preise solide. Wer mit vielen anderen konkurriert, weiß: Zeit ist Geld. Das heißt zwar, dass Sie das Angebotsschreiben nicht auf die lange Bank schieben sollten. Schnell, schnell ein überhastetes Angebot rauszuschicken, ist aber auch keine Option. Da die Auftraggeber aus einer Vielzahl von Angeboten schöpfen können, hilft es, sich nicht auf ein, zwei Eisen im Feuer zu verlassen. Streuen Sie breiter. Die Wahrscheinlichkeit einen Auftrag zu bekommen, steigt mit der Menge Ihrer Offerten.

Wie präsentiere ich mich auf Handwerker-Plattformen richtig?

Stellen Sie sich die umgekehrte Situation vor, Sie müssten aus dem Pool vieler Handwerker exakt den aussuchen, der für Ihre Anliegen am geeignetsten ist. Wie stellen Sie es an? In der Eigen-Präsentation zeigen Sie Ihre Stärken, hier heben Sie sich von den Mitbewerbern ab. Wichtige Informationen für die Auftragsvergabe sind: Qualifikation, Referenzen, Bewertungen, Kommunikation, solide Preisgestaltung und ein gepflegtes Profil.

Was bringen Bewertungen?

Die beste Referenz sind zufriedene Kunden. Auf Handwerkerportalen sind positive Bewertungen ein wichtiger Eckpfeiler Ihres geschäftlichen Erfolgs. Auf Grund der Resonanzen entscheiden potentielle Auftraggeber bei der Handwerkersuche, mit wem sie zusammenarbeiten wollen. Positive Bewertungen schaffen Vertrauen und steigern Ihren Marktpreis.

Welche Handwerkerbörse eignet sich am besten?

Wer ein Portal nutzen möchte, um online Aufträge für Handwerker an Land zu ziehen, sollte sich genau ansehen, mit wem er konkurriert. Bieten auf der Seite etwa Hobby-Handwerker ihre Dienste für ein Taschengeld an? Oder verkaufen große Unternehmen billige Massenware neben Ihren handgemachten Unikaten? Auf solchen Portalen wird es schwer für Sie werden, wirtschaftlich lukrativ zu Arbeiten. Bevor Sie sich für eine Plattform entscheiden, sollten Sie sich daher genau informieren und analysieren, ob sie Ihnen von Nutzen sein kann.

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