Ladeinfrastruktur für E-Transporter

Elektrofahrzeuge haben gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor viele Vorteile. Einer der größten ist wohl – neben der Umweltschonung – die finanzielle Ersparnis durch den Verzicht auf Benzin und Diesel, denn die Kraftstoffe sind deutlich teurer als das Tanken mit Strom. Momentan haben sie aber noch einen entscheidenden Vorteil: Man bekommt die Kraftstoffe überall und sofort. Es werden aber auch immer mehr Ladestationen gebaut und gerade in Großstädten kommt man mit der Ladeinfrastruktur wirklich wunderbar zurecht. Zum Laden deines Elektro-Transporters kann es fernab der Großstadt aber nicht schaden, sich vorher ein wenig zu informieren, wo die nächste Ladesäule steht. Aber sei beruhigt: Die Ladeinfrastruktur in Deutschland ist gut ausgebaut und wächst schnell. Sogar beim Wohnungsbau wird der Faktor „Elektrofahrzeuge“ schon miteinberechnet. So werden heutzutage Tiefgaragen von Neubauten mit Ladestationen ausgestattet. Der Trend geht Richtung Elektromobilität.

Wir erklären dir in diesem Artikel alles über das Aufladen deines E-Transporters, damit du optimal informiert und bestens für die Fahrt mit dem Transporter der Zukunft gewappnet bist. Schließlich handelt es sich längst nicht mehr um eine Modeerscheinung und immer mehr Hersteller setzen auf Elektroantrieb – so auch Fiat mit dem E-Ducato!

Falls du noch mehr über Elektromobilität erfahren möchtest, kannst du übrigens alles zum Thema in unserem Artikel über Elektrotransporter nachlesen.

Die Ladestationen: Wo kann ich meinen E-Transporter laden?

In der Zwischenzeit findest du vor allem in Innenstädten größerer Städte Ladestationen am Straßenrand, in Parkhäusern und auf Parkplätzen. Sogar viele Supermärkte bieten ihren Kunden die Möglichkeit, ihr Elektrofahrzeug während des Einkaufs zu laden.


Um Ladestationen in der Nähe zu finden, kannst du zum Beispiel bei My Easy Charge von Fiat reinschauen. Wir können dir außerdem passend dazu die neue My Easy Charge App empfehlen, mit der du unterwegs nicht nur Ladestationen suchen kannst, die zu deinem Fahrzeug kompatibel sind, sondern mit der du auch bezahlen und Ladevorgänge dokumentieren kannst. So hast du Verbrauch und Kosten immer im Blick.

Der Ladevorgang: Was für Anschlüsse und Ladestationen gibt es?

Die Ladestationen

Für den privaten Gebrauch kommen sogenannte Wall Charger (Wandladestationen) zum Einsatz. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen mit unterschiedlicher Ladeleistung. Die geringste Leistung erreicht man mit dem Anschluss an das reguläre Wechselstromnetz. Alternativ kann man die Ladestation auch an ein 400 V-Drehstromnetz anschließen (lassen). Diese Möglichkeit ist eigentlich in jedem Haushalt gegeben, da zum Beispiel auch Küchenherde an Drehstrom angeschlossen werden.

Die öffentlichen Ladesäulen werden mit Gleichstrom betrieben und können deinen Akku um ein vielfaches schneller laden. Sie sind entweder an das Stromnetz angeschlossen oder beziehen ihre Energie aus Solar-Akkus. Hier macht man einen Unterschied zwischen Normalladesäulen und Schnellladesäulen.

Die Anschlüsse

Für den Anschluss an das Wechsel- und Drehstromnetz benötigt man als Verbindung einen Typ-2-Stecker (EN 62196 Typ 2 / IEC 62196 Typ 2). Die Verwendung dieses Steckers ist in der EU als Standard festgelegt. Du musst dir also hier keine Sorgen um die Kompatibilität machen.

Beim Gleichstrom sieht es schon anders aus. Hier gibt es momentan 3 verschiedene Anschlüsse:

  • CCS (Combined Charging System): soll als EU-Standard eingeführt werden
  • CHAdeMO: aus Japan stammend und auch in Europa verbreitet
  • Supercharger: eigene Ladestationen der Marke Tesla

Der Fiat E-Ducato kann mit dem Mode3 bzw. Typ-2- und dem CCS-Kabel geladen werden.

Abhängig davon, wie viel Zeit du fürs Laden deines Transporter mitbringst, sollte die Wahl der Ladestation getroffen werden. Über Nacht, wenn der Transporter für mehrere Stunden nicht gefahren wird, kann er natürlich bequem in der eigenen Garage geladen werden. Fordert die Batterie allerdings auf dem Weg zum nächsten Kunden eine Aufladung, solltest du lieber nach einer Schnellladesäule Ausschau halten.

Der Zeitfaktor: Wie lange dauert es, deinen E-Transporter aufzuladen?

Wie lange die Batterie deines Transporters braucht, um geladen zu werden, hängt zum einen davon ab, was für eine Ladestation du nutzt und zum anderen was für eine Batterie in deinem Transporter verbaut ist und welche Ladeleistung diese hat.

Um den Akku deines Fiat E-Ducato um 100 km Reichweite aufzuladen, benötigst du an normalen Ladestationen etwa 1 Stunde. An Schnellladestationen geht das deutlich schneller: Hier musst du nur knapp 30 Minuten einplanen.

Beim Fiat E-Ducato kannst du zwischen einer Batterie mit 3 und 5 Modulen wählen.

Die technischen Daten kurz für dich zusammengefasst:

  • 3 Module – max. 220 km Reichweite – 47 kw/h Kapazität → <1 bis 7 Stunden Ladezeit
  • 5 Module – max. 360 km Reichweite – 79 kw/h Kapazität → 1,5 bis 8 Stunden Ladezeit

Für den Fiat Ducato Electric gibt es drei Ladeleistungen:

  • 6,6 kW: Der Akku wird mit Wechselstrom geladen, dessen Leistung bei etwa 3,6 bis 7,2 kW liegt. Diese Ladeleistung hast du, wenn du deinen Transporter beispielsweise bei dir zu Hause an eine Steckdose anschließt.
  • 11 kW: Bei dieser Ladeleistung schließt du deinen Transporter an einer speziellen 400V-Steckdose oder einer Ladestation an. Geladen wird in diesem Fall mit Drehstrom.
  • 50 kW: Hierbei handelt es sich um eine Schnellladung, die nur an einer Ladesäule möglich ist. Beim Schnellladen kommt Gleichstrom zum Einsatz.

Der Preis: Was kostet dich das Laden eigentlich?

Bei den Kosten für das Laden mit Wechsel- oder Drehstrom, ist dein jeweiliger Stromtarif entscheidend. Stand Juli 2020 kostet 1 kWh in Deutschland durchschnittlich 31 Cent.

Bei einem E-Ducato bedeutet das: knapp 15 € für eine volle Ladung der 3-Modul-Batterie und fast 25 € für die 5-Modul-Variante. Eine Reichweite von 100 km für deinen E-Ducato kostet dich also durchschnittlich 6,70 €.

Bei öffentlichen Ladestationen sieht es anders aus. Hier ist in der Regel die Ladezeit entscheidend. Nur wenige Ladesäulen rechnen bisher nach Ladeleistung ab. Dies hat technische Gründe: Für Normalladesäulen gibt es zwar geeichte Zähler, die bei der Abrechnung nach kWh verwendet werden, für Schnellladesäulen existiert diese Technik zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Für langsam ladende Fahrzeuge hat das teure Folgen: Hier zahlen die Fahrer im Vergleich mehr für die gleiche Menge Strom, die ein schneller ladendes Fahrzeug in kürzerer Zeit und somit für einen geringeren Preis laden kann.

Die Preise unterscheiden sich hier von Anbieter zu Anbieter stark, was bereits mit der Berechnungsgrundlage beginnt. In der Regel benötigt man für jeden Anbieter eine passende Karte oder App für die Ladestation. Manche Anbieter verlangen eine Grundgebühr, andere wiederum nicht. Andere hingegen erheben Pauschalen und bieten Ladevorgänge zu einem festen Preis an oder haben sogar Flatrates im Angebot. Auch die Möglichkeiten der Bezahlung sind vielfältig: Per Kreditkarte, Lastschrift, Paypal, Handyrechnung, App oder sogar über monatliche Rechnung kann gezahlt werden – natürlich abhängig vom jeweiligen Betreiber.

Eines lässt sich aber auf jeden Fall sagen: Das Laden an öffentlichen Ladestationen ist teurer als zu Hause. Aber es ist nunmal deutlich schneller und einen Parkplatz gibt es noch kostenlos obendrauf. Gerade in Großstädten, wo du selten einen Parkplatz auf der Straße findest und du oft auf ein teures Parkhaus ausweichen musst, kommst du mit den Kosten für die Ladung, kombiniert mit dem kostenlosen Parkplatz, am Ende vielleicht sogar günstiger davon.

Unser Tipp: Viele Supermärkte und Einkaufszentren bieten ihren Kunden mittlerweile sogar an, ihre Elektrofahrzeuge kostenlos während des Einkaufs zu laden.

Zum Seitenanfang